Jan Hottmann

Details

Name

Jan Hottmann

Ort/Location

Designhaus

»Meta faces«

 

Die Serie Meta Faces zeigt Porträts digitaler Charaktere. In einem Online-Editor lassen sich die Charaktere konfigurieren. Ähnlich wie in einem Spiel, in dem man sich seinen Avatar zusammenstellt. Mein Interesse lag darin mit dem Editor zu experimentieren und Möglichkeiten zu testen, gender nonkonforme Charaktere zu schaffen.

 

Die Funktionen des Editors sind limitiert und darauf ausgelegt, »Normalos« für digitale Welten zu erstellen. Zwar sind unterschiedliche Ethnien repräsentiert, die Unterteilung der Charaktere in ein binäres Geschlechtersystem wird jedoch eingehalten. Dabei lässt es der Editor zu, alle Attribute zu vermischen. Ich startete meist mit einem der vorgefertigten Charaktere, veränderte dann die Frisur, Gesichtsproportionen, die Struktur der Haut, die Augenbrauen und Wimpern, das Outfit und das Make-Up. Schließlich arrangierte ich die Charaktere in einer digitalen Umgebung. Die Gesichtsausdrücke entstanden mit Motion Capturing von meinem Gesicht.

 

Im Digitalen bieten sich uns Freiräume für Neues, zur Weiterentwicklung und zum Experimentieren. Der geschlechtlich binäre und als sicher geglaubte Normalzustand der Welt ist eine gewohnte Sichtweise, die hier wegbricht. Wir sind aufgefordert, uns auf eine diverse Welt einzulassen.

 

In den Krisen unserer Zeit findet sich die intersektionale Verknüpfung von Rassismus, Sexismus, Kapitalismus, weißer Vorherrschaft und Patriarchat. Diese sind letztendlich auf körperliche Zuschreibungen und daraus resultierenden Hierarchien zurückzuführen. Im Digitalen lassen sich diese Gegebenheiten aushebeln (so lange uns die Editoren die Möglichkeit dazu geben) und entdecken, wie unsere Gesellschaft sein könnte, würden wir auf diese Zuschreibungen und Hierarchien verzichten.

 

»Meta faces«
»Meta faces«

Mouneb Taim

Maximilian Glas