Christoph Westermeier

Details

Name

Christoph Westermeier

Ort/Location

Altes Hauptgebäude TU Darmstadt

»Abstandsgrün und Anstandsgrün«

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Bild und einem Abbild und wie verhält sich dies im fotografischen Diskurs? In meinen Arbeiten hinterfrage ich Fotografien, Sehgewohnheiten und Bildkorrespondenzen. Wie nehmen wir fotografische Bilder wahr in einer digitalen Bilderflut und welchen Wert hat dabei das Einzelbild? Wie verhält sich dies zum Faktur Zeit und was passiert, wenn sich diese Ebenen überlagern? Wenn sich zwei Bilder übereinanderlegen, entsteht ein drittes, das zwischen diesen Polen pendelt. In der Installation »Abstandsgrün und Anstandsgrün« wird dies deutlich: dort trifft das Foto einer Kamelie und zweier Adiletten auf eine Deckelterrine mit Truthahn und bildet zusammen ein Gesicht; aus einem historischen Landschaftsgarten wächst eine gigantische Beleuchtungsskulptur und ein vergoldetes Gefäß scheint sich als Blüte auf einer Pflanze zu entfalten.

 

Aus den Bildkorrespondenzen entstehen immer neue Bilder, die zum Reflektieren einladen. Sie sind mit einer digitalen Spiegelreflex oder einer Vollformatkamera gemacht und auf Buchseiten gedruckt. In unterschiedlicher Rahmung treten sie uns als »Abstandsgrün und Anstandsgrün« gegenüber und bilden ein Ensemble, das von vier Raumdisplays flankiert wird. Es sind Bildträger, die entfernt an Möbel erinnern, dysfunktionale Stühle, die zum Objekt werden. »Abstandsgrün und Anstandsgrün« ist eine modulare Fotoinstallation, die sich immer wieder neu zusammensetzt und auf den Raum, in dem sie gezeigt wird, reagiert. Der Titel bezieht sich auf eine Textpassage von Dieter Wieland, die in dem legendären Fotobuch zum gleichnamigen Film- und Ausstellungsprojekt »Grün kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen« 1984 veröffentlicht wurde.

Priya Kambli

Tanya Habjouqa